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28.1.2020
Reisen

ZIEMLICH KALT, DOCH BESTE LAUNE

"HORST-DIETER EBERT ERLEBTE DEN LUXURIÖSEN LIFESTYLE AUF DER "MS SEABOURN QUEST"

In Zeiten der, Aidas" und der , Mein "Schiff-Schiff" gehören die der Seabourn Cruise Line zu den ganz kleinen. Die "Seabourn Quest" hat nur wenige Kabinen mehr als Deutschlands höchstdekorierte ,schönste "Yacht der Welt", die MS Europa". Und in den Luxus-Kategorien, die den Kreuzfahrt-Connaisseurs die wichtigsten sind, übertrifft es die sogar: ein opulenteres Verhältnis von Passagieren zu Crew (1,4:1) und sogar ein größeres Platzangebot pro Passagier.

Es passiert in dem windigen Hafen von Peterhead vor Aberdeen, dass der Kapitän seine tägliche Ansage in allen Kabinen (sorry: allen Suiten) erschallen lässt: Das Wetter auf unser Route nach Norden sei nun doch ,,not so good", die Hafenbehörden von Lerwick hätten von der Einfahrt dringend abgeraten. Und so habe sich die Schiffsführung entschlossen, die Route abzukürzen und von hier aus direkt nach Stavanger zu fahren. Adieu also, Shetland-Ponys. Stattdessen möglichst bald in den ruhigeren norwegischen Fjord.

Doch so richtig ärgert sich darüber offenbar niemand. Als wir am nächsten Morgen auf unserem Weg zum Frühstück breitbeinig übers Deck taumeln, scheint die heitere Stimmung wie stets ungetrübt. Der riesige Texaner, der bei allen Temperaturen in Bermudas und optimistischem T-Shirt auftritt, G, Tommy Bahamas, lässt seinen täglichen Schlachtruf erschallen: ,Nice day for the beach!" Und wir lachen ihm fröstelnd zu.

Wir befinden uns auf einer Kreuzfahrt mit dem Titel, North European Highlights" Sie ist in Dover gestartet und über Antwerpen und Amsterdam mit einem Seetag nach Edinburgh gefahren (wo ich an Bord gegangen bin). Vor uns lagen bis eben noch die gecancelten Shetland-Inseln, jetzt sind wir in Norwegen und haben dort und in Schweden noch etliche Häfen vor uns, Oslo etwa oder Helsingborg bis wir dann in Kopenhagen enden.

Das Schift ist die "MS Seabourn Ouest", eine aus der kleinen Seabourn-Familie, die ein norwegischer Reeder vor 30 Jahren gründete. Die Seabourns haben so Auszeichnungen als "Bestes kleines Schiff", für "Best Dining" und "Best Spa" eingeheimst, dass einem prompt unsere hochdekorierte "Europas" einfallen - tatsächlich gehören die Seabourns zu ihren wenigen Konkurrenten: die gleiche Größe (knapp 200 Meter) und Kapazität (410 bis 450 Passagiere), dasselbe luxuriöse Platzangebot, derselbe hohe Service-Anspruch. Meine Seabourn, mit Baujahr 2011, die jüngste von drei baugleichen, ist ein bildschönes schnittiges Schiff mit einer ungewöhnlich rassigen Taille, dagegen wirken unsere Europas fast ein bisschen pummelig. "Die tolle positive Atmosphäre ist schon eine Besonderheit des Schiffes", hatte mir der österreichische Hoteldirektor erklärt.